Australien - Down Under            Sonstiges - mein zweiter Urlaub

Australienzum Zweiten

Im Januar 1996 buchte ich ganz spontan einen Flug nach Australien. Nachdem ich 2 Monate vorher zwangsexmatrikuliert worden war und mir das Arbeitsleben nicht so schmeckte, beschloß ich mal zu überlegen was ich will. Australien erschien mir dafür genau der richtige Ort. Daher buchte ich den billigsten Flug mit Olympic Airlines und 

flog Anfang März auf gut Glück nach Australien. 2 Wochen vor Abflug hatte sich ein alter Schulfreund meiner Mutter gerührt, zufälligerweise wohnte der in Sydney! Die ersten drei Tage wohnte ich nahe dem Vorort Parramatta in einer kleinen Villa mit eigener Schlucht und so. Mein Bekannter war einer der bekanntesten Köche Sydneys und das zahlte sich natürlich aus. Diese ersten drei Tage zeigte er mir Sydney und gab mir viele nützliche Tips. Außerdem konnte ich mein Gepäck bei ihm etwas reduzieren. Doch ich wußte immer noch nicht, was ich mir eigentlich anschauen wollte, welche Route ich nehmen wollte. Also zog ich am 4. Tag früh morgens los und suchte mir nen Platz in nem Backpacker. Ich kam in Kings Cross im Highfield House unter. Mittlerweile war es Montag und ich erkundete den Rest von Sydney auf eigene Faust. Am Donnerstag saß ich gemütlich im Royal Botanic Garden und überlegte wie ich von nun an durch Australien kommen sollte. Nachmittags lief ich zum Bahnhof, um mich nach den Reisemöglichkeiten gen Süden zu erkundigen. Abends machte ich noch nen Abstecher zum Carpark in Kings Cross. Eigentlich nur um mir das mal anzuschauen, eigentlich nicht zum Autokauf.


Ray

Doch als ich zwischen all diesen Ford Falcons diesen kleinen Datsun 200 B Sedan sah, schlug mein Herz höher. Das wäre mein Auto, aber 1400 $, ne, ohne mich. Dennoch besah ich mir das Auto näher. Der derzeitige Besitzer erschien plötzlich und machte mich auf all die Vorteile aufmerksam. Außerdem darauf, daß ich das Auto für 900 $ haben könnte, sollte ich es Morgen schon nehmen.
Und schon hatte ich mein Auto!

Freitag morgens ging es Richtung Süden bis Wollongong. Dort kaufte ich mir meine (fast) einzige Kassette für meine Reise: Sheryl Crow - Tuesday Night...Zu dieser kam dann in Melbourne eine zweite, Midnight Oil....

Von Wollongong kam ich dann noch bis Windang. Dort erwartete mich ein wunderbarer Campground. Um meine Lage endlich zu kapieren, sprich den Besitz eines Autos, womit ich nie gerechnet hatte, blieb ich hier für zwei Tage. Samstags ging es weiter nach Canberra. Ich fuhr glücklich und zufrieden durch die Great Dividing Range und weiter nach Canberra. Trotz des Linksverkehrs ging das Fahren von Anfang echt einfach. Und meine Bettsy machte mit ihrem 2 Liter Motor ganz schön Power. In Canberra dachte ich mir könnte ich nen Mitfahrer mitnehmen. Aber die Backpackers waren tot. Dann sah ich nach 6 Stunden umherirren einen Backpacker zum War Memorial laufen. Denn fragste dachte ich mir. So kam ich zu meinem Beifahrer Thomas aus Sonderborg, Dänemark.

Entlang der Küste ging es dann Richtung Victoria. Gleich nach der Grenze wollten wir weg von der Hauptstrasse und fuhren in den Snowy River Nationalpark. Dort erlebten wir einsamste Natur und wundervolle Landschaft. Von dort ging es über Sale (dort lebte eine Dänin, die wir besuchten) weiter Richtung Wilsons Prom. Mit uns kam jedoch Regen und wir blieben nur einen Tag, um dann auf dem Weg nach Phillip Island irgendwo an einem Roadside Stop zu pennen. Unterwegs nahmen wir noch nen halbes Hähnchen und Pommes mit, um dann auf einem am Meer gelegenen Parkplatz zu pennen. Das Schild "No Camping" hielt uns nicht davon ab, da wir dachten, daß am Ostersamstag niemand dort kontrollieren würde. Als wir ne Menge Oppossums in den Bäumen entdeckten, legten wir die Hühnchen Reste als Köder auf die Motorhaube. Doch die Viecher kamen nicht und Thomas pennte langsam weg. Auch ich war schon am Dösen, als ich plötzlich ein Auto hörte. Es wurde taghell, denn Polizeiautos haben sehr viele Lichter, mußte ich feststellen. "Eh, come out of the car, any drugs with you? Your papers!" - und sowas im Halbschlaf.... Als ich ihm versicherte, nur mal kurz zu pennen und wir auf dem Weg nach Melbourne zu einem Teil unserer Familie sind, um Ostern zu feiern, meinte er nur: "better move from here....",. Also ging es weiter bis Phillip Island, dort bekamen wir dann auch auf dem zweiten Campground noch ne Ecke ab.
Am Ostersonntag wurden wir dann von einer Familie zum Osteressen eingeladen - Dead Horse und Mohnkuchen. Diese Leute waren echt toll, vor allem aber wissbegierig. Sie wollten alles über Europa und das Leben mit Grenzen wissen. Doch es fand sich keine Möglichkeit, Ihnen komplett klar zu machen, was es heißt, in einem Land mit Grenzen zu wohnen. Die kennen sowas nicht.Achja, und Hitler hat sie auch sehr interessiert, sie wußten zumindestens, daß er seit fünfzig Jahren tod ist.

Von Phillip Island fuhren wir die Küste entlang nach Melbourne. Melbourne ist eine schöne Stadt, wäre da nicht das Wetter. Aber was solls. Wir fuhren so quer durch diese Stadt, deren öffentliches Verkehrssystem mit Trams bewältigt wird. Diese Trams sind schon so ne Sache, die haben immer Vorfahrt und daher gibt es komische Abiegeregeln. Und zu allem Überdruß sprang Thomas mitten in der Stadt kurz vor einer großen Kreuzung plötzlich laut schreiend aus dem Auto. Sofort kamen zwei Polizisten daher, die ich jedoch abwimmeln konnte. Und Thomas, der hatte 3 Dänen aus seiner Heimatstadt gesehen. Man, da fährt man um die halbe Welt und man trifft dann seine Nachbarn :-)

Leider waren diese Dänen noch jünger als Thomas und ziemlich dämlich. Nach beinahe einer Woche gingen Sie mir so auf den Geist, daß wir beschloßen weiter zu fahren. Wir wollten nach Adelaide, genauso wie die drei, aber die waren sich noch nicht sicher wann.

Also ging es weiter, entlang der great ocean road - einfach geil. Trotz leicht regnerischen Wetters bei der Abfahrt (lag an einem Zyklon über WA) herrschte tolle Stimmung. Als wir einem kleinen Weg zum Strand folgten landeten wir an Johanna Beach, einem kleinen Strandabschnitt mit kostenlosem Campingplatz. Kurzerhand beschlossen wir hier zu bleiben. Am ersten Abend machten wir mit unseren Nachbarinnen, zwei Australierinnen ein gemütliches Lagerfeuer. Wie sich herausstellte war eine eine xUrenkelin von Ned Kelly, einem australischem Bushräuber. Die andere hat noch etwas delikateren Ursprung, eine (Ur)Enkelin von Albert Speer, dem deutschen Rüstungsministers während des zweiten Weltkriegs. Später zeigten sie uns noch einen tollen Platz, voller Glühwürmchen. Der nächste Tag verlief gemütlich mit schwimmen und ausruhen. Am zweiten Morgen wurden wir früh morgens durch Autolärm geweckt. Ein Blick aus dem Zelt ergab viele Autos mit vielen Surfern. Die saßen alle mit einer Kerze da und wachsten ihre Boards. Ich unterhielt mich mit ein paar von denen, ging mit zum Meer und mit ins Wasser. Die erklärten mich zwar für verrückt, ohne Neoprenanzug, den die alle trugen, aber mir war das egal. Also schwommen wir raus und surften. Einer lieh mir ab und zu sein Brett und das war richtig geil. Später kamen immer mehr Menschen, die wie sich herausstellte bei einem Surfwettbewerb der hier stattfand zusahen. Wir dachten nichts dabei und fuhren in die Gegend. Abends war der Spuk wieder vorbei. Erst hier in Deutschland wunderte ich mich, als ich bei einem Interview in DSF ein paar Gesichter kannte. Wie sich herausstellte war ich mit 5 der Top Ten der Surfer da zum Surfen draußen. Auch nicht schlecht.

Es ging weiter an den 12 Aposteln vorbei immer Richtung Südaustralien. Schließlich kamen wir ohne größere Zwischenfälle in Adelaide an. Bei einem ersten Walk durch die Stadt trafen wir in einem Musikshop - genau - die drei Dänen. Aber lange blieben wir nicht dort, mehr oder minder nur um uns zu duschen und ein bißchen die Umgebung zu erkunden. Besonders mich zog es ins Zentrum, weg von den Städten hinzu rotem Sand, Hitze und Spinifex. Schon nach etwa 400 Kilometern erreicht man dann die Flinders Range. Hier ist man schon in einer der trockensten Regionen Australiens. Unvorstellbar schön.

to be continued....