Australien - Down Under Sonstiges - Mein erster Urlaub
Der 5. Kontinent ist ein Land der Gegensätze, ein Land voller wilder Natur und voller Zivilisation. Hier gibt es das Outback, in dem Leben und Tod so nahe beieinander stehen. Oder der Regenwald im Nordosten, wild, undurchdringlich und dennoch leben hier Tiere und Menschen. Aber auch das Great Barrier Reef an der Ostküste, der größte lebende Organsimus auf der gesamten Welt. So schön das Riff auch ist, so voll von Leben, genauso tödlich kann es auch sein, durch seine giftigen Korallen und Fische oder seine Haie. Doch egal, ob gefährlich oder nicht, wenn man in Australien ist, wird man durch die überwältigende Schönheit des Landes all diese Gefahren leicht vergessen können. Wenn man zum ersten mal einen Sonnenaufgang im Outback erlebt hat oder kilometerweite Sandstrände alleine für sich hatte, dann ist es schon zu spät, dann wurde einem die größte Gefahr zum Verhängnis. Man wurde angesteckt von der Australien Krankheit. Niewieder will man weg von dort, und kaum ist man wieder daheim in der Heimat, schmiedet man schon wieder die nächsten Pläne für einen weiteren Urlaub in Australien.
Genauso ging und geht es mir auch.
Australien 27.7.1994 bis 27.8.1994
Aber nun zu Fakten über Australien. Meine erste Reise startete in Darwin und Kakadu National Park. Von dort ging es Richtung Süden über Kathrine nach Alice Springs. Nach kurzem Aufenthalt in der Hauptstadt des red centre trieb es mich zum Ayers Rock, den Olgas und zum Kings Canyon. Da ich dann verständlicherweise von Wüste genug hatte, machte ich mich auf den Weg zur Nord-Ost Küste, ins tropische Cairns. Dort blieb ich noch für eineinhalb Wochen um dann leider wieder nach Deutschland zu müssen.
Also, an einem schönen 28.Juli landete ich
nach 38 Stunden Flug über L.A., Auckland und Cairns endlich in Darwin,
leider aber ohne Gepäck, das war erst mal in Hawaii gelandet. Die
erste Nacht in Darwin verbrachte ich zusammen mit 2 anderen Deutschen,
die mich die gesamte Reise über begleiteten, in einem Hotel namens
Frogshollow Backpackers in der Lindsay Street. Naja, eigentlich sollten
uns dort 9 Mann Zimmer erwarten, jedoch Realität war ein dreckiges,
mit 13 Personen vollgestopftes Zimmer. Außerdem wurden wir gleich
von einem der dort herumgammelnden Typen vor Dieben gewarnt. Da mein Gepäck
ja sowieso noch nicht da war, konnte mir auch nichts geklaut werden, jedoch
wurden wir um ca. 5:00 in der Früh durch Lärm aufgeweckt. Im
dorm über uns hatten Unbekannte zwei Engländerinnen ihr gesamtes
Gepäck geklaut. An diesem Morgen zogen wir gleich los, um eine neue
Unterkunft zu finden. Schließlich landeten wirauf dem Shady Glen
Caravan Park (Stuart Hwy./Farrell Crs.), einem schönen, leider etwas
außerhalb gelegenem Camping Platz. Die nächsten 3 Tage zogen
wir durch Darwin, einer eigentlich recht schönen Stadt, auch wenn
alles etwas langweilig wirkte. Leider verbrachten wir dort nur ein Wochenende,
unter der Woche muß dort wirklich etwas los sein. Aber es gab genug
zu besichtigen, angefangen bei der Fußgangerzone, der Smith Mall.
Außerdem gibt es noch ein paar Ruinen, die der Zyklon Tracy am Weihnachtstag
1974 übriggelassen hat. Und am Hafen befindet sich das Indo Pacific
Marine, ein künstliches Riff. Dort kann man äußerst viel
über Korallen und verschiedene Fische lernen.
Nach diesen drei Tagen zog es uns dann in den
Kakadu National Park, einer der größten und bedeutesten Nationalparks
der gesamten Erde. Dorthin fuhr ich mit dem Biologen Greg, der für
eine Firma namens Saratoga Tours fährt. Ich kann Greg und Saratoga
Tours nur empfehlen, den es bedeutet 3-4 Tage bush voller Erlebnisse und
Aha-Effekte. Die unbeschreibliche Natur, gezeigt von einem richtigen Crocodile
Dundee. Alleine die Fahrt in einem alten Toyota Landcruiser Trooper über
Wellblech und gravel roads ist eine Erfahrung wert. Dann nach ca. 100 km
der erste Stop am Howard Springs Nature Reserve, dem Trinkwasser Speicher
Darwins. Von dort ging es weiter zum Fogg Dam, wo man bei angehender Nacht
Frösche, Schlangen, Spinnen und viele andere Tiere und Insekten beobachten
kann. Wenn man dann auch gleich noch die erste Nacht im Busch in freier
Wildbahn an einem billabong mit einem saltie als Nachbar verbringt, will
man nie wieder etwas anderes. Und gleich am nächsten Tag ging es weiter
zu einem kleinen Wasserfall. Zu dessen Kante führte ein Pfad, dort
oben angekommen tut sich eine kleine Schlucht auf (Barramundi Gorge), die
man entlangschwimmen kann, in der man durch Felslöcher tauchen kann
und sich einfach wohlfühlt. Nachmittags ging es dann zum Nourlangie
Rock, einem Felsen mit insgesamt ca. 5000 aboroginal paintings, die teilweise
20000 bis 50000 Jahre alt sind. Spätestens dort entfaltet sich Greg
vollends, wenn er wildeste Geschichten über den Gebrauch und Nutzen
diverser Pflanzen und Tiere erzählt und dann beginnt, die Tour-Teilnehmer
mit Ameisen zu Füttern. Good against colds. Und da ja Winter herrscht
muß man sich gegen Erkältungen ernsthaft schützen. Just
kidding. Wenn man sich dann noch beeilt, dann kann man vom Little Nourlangie
Rock aus den Sonnenuntergang über der Savannenlandschaft beobachten.
Nach einer weiteren Nacht im Busch geht es gleich in der Früh weiter.
Man muß eine Schlucht entlangschwimmen. Wenn man dann nach einer
¾ Stunde am Fuße der Twin Falls ankommt und sich auf den Sandstrand
dort freut, dann wird man von Greg hochgescheucht. Er hetzt einen Anhang
hinauf, um dann der Truppe die Aussicht auf eine große Ebene zu bieten.
Doch das ist noch nicht alles, denn nachdem man eine Felsspalte hinuntergeklettert
ist und an einer Felswand entlang geklettert ist, steht man ca. 60 Meter
über dem Sandstrand, an der Kante der Twin Falls. Dort hat man mehrere
Pools zum Schwimmen und natürlich das erhabene Gefühl einer der
wenigen zu sein, die schon mal dort waren. Es gibt dort im Kakadu Park
nämlich nur 3 Guides, die den Weg dorthin kennen. Als Nächstes
steht der Jim Jim Fall auf dem Programm, der jedoch in der Trockenzeit
kein Wasser führt und in der Regenzeit zwar aus 300 m herabstürzt,
der Weg dorthin aber nur mit dem Hubschrauber möglich ist. Außerdem
empfehlenswert ist eine Boat Cruise auf den Yellow Waters, bei der man
Krokodile, Vögel wie den Wedge Tailed Eagle, und vieles mehr. Oder
der Ubiri Rock, die Gegend, in der Crocodile Dundee gedreht wurde.
Nach 3 ½ Tagen kamen wir schweren Herzens
wieder nach Darwin zurück, verbrachten dort noch eine Nacht im Fawlty
Towers (Mitchell Street) und fuhren am nächsten Tag um 8:00 mit dem
Greyhound nach Katherine. Der Greyhound ist übrigens eine der 3 Buslinien
von bus australia, der größten australischen Buslinie. Mittags
kamen wir in Katherine an, dort mieteten wir für 3 Tage 2 Kanus bei
Kookaboora Jack. Und nachdem wir uns bei den Rangern abgemeldet hatten
ging es los. Zuerst gab es bei den Beiden im 2er Kanu etwas Koordinationsprobleme,
doch schon bald ging es flott voran. Katherine Gorge besteht aus 13 Schluchten,
wobei man in der Trockenzeit nur bis zu 9 paddeln kann. Doch wir waren
froh, abends in der 4. Schlucht anzukommen, geschafft durch die Geröllhalden
zwischen den einzelnen Schluchten. Am nächsten Tag mußten wir,
in der neunten Schlucht angekommen feststellen, daß wir viel zu wenig
zu essen dabei hatten. Doch nichts konnte den tollen Eindruck von dort
trüben. Keine Menschenseele weit und breit, außerdem die tollste
Schlucht, die man je gesehen hat. Am 3. Tag wieder zurück in der Zivilisation
fielen wir sofort über eine Imbißbude her, und schlichteten
je zwei salad sandwich beladen mit allem was da war und außerdem
mit je einem Liter iced chocolate voll.
Doch kaum hatten wir fertig gegessen, kündigte
eine Staubwolke den heranahenden Greyhound an. Dieser brachte uns den Stuart
Highway über Mataranka, Daly Waters, Three Ways, Tennant Creek, Ti
Tree ( the most central pub ) nach Alice Springs. Dort verbrachten wir
2 Nächte im Melankas, nahe dem Stadtzentrum. Am 1. Tag in Alice mieteten
wir uns einen kleinen Daihatsu Charade und fuhren in die Western MacDonnell
Ranges, den Larapinta Drive entlang. Dort sahen wir uns Glen Helen Gorge
an und machten eine Wanderung in der Ormiston Gorge.
Am darauffolgenden Tag ging es erneut mit dem
Greyhound weiter, in Richtung Yulara, dem Touristen-Ressort am Fuße
des Ayers Rock. Doch zuerst machten wir Halt auf einer Kamelfarm nahe Erldunda
und kamen Frühabends am Ayers Rock und bei den Olgas an. Die nächsten
Tage waren voller Sagen der Aborigini, voll sagenhafter Eindrücke
am Ayers Rock und mit eiskalten Nächten, mit Temperaturen von weniger
als -5 Grad C. Es war auch die Hälfte der Reisezeit, doch leider waren
die ersten 20 Tage wie im Fluge vergangen. Und schon ging es weiter, wieder
nach Alice um dann gleich weiter über Tennant Creek, Mount Isa, Cloncurry,
Charters Towers, Townsville, Mission Beach und Innisfall nach Cairns. Nach
30 Stunden Busfahrt war es so richtig toll, sich wieder bewegen zu können.
Und das taten wir auch. Gleich am ersten Tag liefen wir von dem etwa 3km
außerhalb liegenden Campingplatz in das Zentrum von Cairns. Cairns
ist eine wirklich tolle Stadt, auch wenn sie schon sehr von Japanern überschwemmt
ist. Aber fährt man noch 80km nach Norden, dann steht man nach ein
paar Kilometern Zuckerrohr plötzlich an einem Fluß, die sealed
road endet und der Regenwald beginnt. Hunderte Kilometer einsamer Strand,
tiefster Regenwald und natürlich eine Menge seltsamer Tiere. Nach
einer aufregenden Woche mit Besuchen am Great Barrier Reef, in Kuranda
und im Atherton Tableland ging es leider wieder zurück nach Deutschland.